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  Was ist Föderalismus?
In einem föderalen Staat schließen sich mehrere Gliedstaaten zu einem Bündnis zusammen. So bilden die 16 deutschen Länder gemeinsam einen Bundesstaat, die Bundesrepublik Deutschland.
In einem Bundesstaat ist der Gesamtstaat für alles zuständig, was einheitlich geordnet werden muss. Darauf sollte er sich aber auch beschränken, denn die übrigen Angelegenheiten sollen die Gliedstaaten selbst regeln. Die Grundregel jeden echten Bundesstaates lautet deshalb: Einheit in Vielfalt. Quelle: Bundesrat


Da Föderalismus bereits in unserem Namen steckt und unsere Grundidee für die Verfassung eines vereinten Europas ist, soll an dieser Stelle erläutert werden, was genau unter Föderalismus zu verstehen ist.

Grundsätzlich ist Föderalismus eine Form des gesellschaftlichen und staatlichen Aufbaus. Er bezeichnet ein Organisationsprinzip, bei dem die einzelnen Glieder über eine gewisse Eigenständigkeit verfügen, aber zu einer übergreifenden Gesamtheit zusammengeschlossen sind. Die politische Macht ist zwischen einer zentralen Autorität und kleineren, regional autonomen Einheiten aufgeteilt. Die gängigste staatliche Form des föderalistischen Prinzips ist die des Bundesstaates, wie wir dies aus dem Aufbau der Bundesrepublik Deutschland kennen. In einem solchen Bundesstaat ist der Gesamtstaat nur für die Dinge zuständig, die im Interesse des Volkes einheitlich geordnet werden müssen, die übrigen Angelegenheiten regeln die Gliedstaaten (Prinzip der Subsidiarität). Die Gliedstaaten verfügen somit über eigene Herrschaftsbereiche, in denen sie über eigenverantwortliche Entscheidungskompetenzen verfügen.

Föderalismus bietet die Möglichkeit, eine Machtanhäufung zu verhindern, politische Willensbildung auf mehreren Ebenen zu ermöglichen, den politischen Nachwuchs auf regionaler Ebene besser heranzubilden und eine politische Partizipation zu erleichtern. Somit können durch Föderalismus letztlich Pluralismus und vor allem auch die Demokratie ge- und verstärkt werden. Denn föderale Demokratie bedeutet, dass auf jeder Ebene Bürger Prioritäten setzen, Konflikte schlichten und verbindliche Entscheidungen treffen können.

Das Prinzip des Föderalismus setzt dafür jedoch eine gewisse Homogenität der Mitglieder voraus. Ohne ein Mindestmaß an Gleichartigkeit kann sich keine Einheit bilden. Neben dieser Gleichartigkeit sowie gemeinsamen Interessen und Überzeugungen sollen aber auch Besonderheiten der einzelnen Glieder existieren dürfen, die eine vollständige Verschmelzung zu einem Einheitsstaat ausschließen.

Föderalismus ist somit stets eine Gradwanderung zwischen einer größeren, umfassenden Einheit und der Selbständigkeit und Eigenverantwortlichkeit von Teilen dieser Einheit. Er ist darauf ausgerichtet, eine gewisse Mitte zu finden. In diesem Sinne ist Föderalismus ein Prinzip, das auf einer Gleichordnung von Bund und Gliedern beruht, auf Gleichgewicht gesellschaftlicher, kultureller, staatlicher und wirtschaftlicher Gemeinschaften zielt und dadurch eine Einheit der Vielfalt anstrebt.

Für weitere Gedanken zum Föderalismus:

http://www.jef.de/index.php?id=1579
http://www.jef.de/index.php?id=4581
http://www.jef-europe.net/index.php?id=1620


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