Archiv des Autors: Stefan Schwarz

For Peace — the web included

Dieser Artikel ist auch auf deutsch erschienen.

Merkel and Macron embracing each other on the 100th commemoration of the ceasefire agreement for the First World War was a world-wide phenomenon. Such moments give pause for thought. Just one hundred years ago, France and Germany were locked in a historical rivalry that made it seemingly impossible for these peoples to reconcile and stop further bloodshed on the continent. This rivalry culminated in the “great seminal catastrophe” of the 20th century, in which the massive amounts of death and peril reached hitherto unknown heights. New technologies such as automatic weapons, improved artillery and chemical warfare were in part to blame for that.

Monument of the Compiègne Wagon, the place where the armistice of Germany was signed, marking the end of WWI. The picture shows rails and the concrete shrine marking the place of the wagon. (CC-BY-SA MagentaGreen via Wikimedia)

Monument of the Compiègne Wagon, the place where the armistice of Germany was signed, marking the end of WWI (CC-BY-SA MagentaGreen via Wikimedia)

Even though there is relative peace on the European continent now, states worldwide have not stopped to further the tradition of coming up with methods and instruments of warfare. But what many people often forget is that the greatest dangers don’t lie in the designs of new jets or international weapon trades, but in our very own palms most of the day. The internet is not just a tool to connect us to each other through social networks, but also provides the infrastructure for many basic services in modern states. From communication networks between companies, through medical logistics all the way to electrical grids; many things are now based on the internet. An attack on this infrastructure would, as experts claim, essentially cripple a nation and lead to new potential in warfare.

Because of this danger that might arise with new technological feats, leaders of multiple countries and companies in the tech-sector met in Paris after the commemoration ceremony of the centenary of the World War 1 ceasefire at the “Digital Week”. The event provided a platform to exchange ideas and proposals between tech-giants and world leaders and culminated in the initiative led by Macron by the name of “Paris Call for Trust and Security in Cyberspace”. The declaration addresses issues of global cyber-criminality and threats in the virtual space. More specifically, country leaders and large tech companies have professed to protect the functionality of the internet and improve its usability and accessibility. Further topics of the treaty concern protection of intellectual property, actions against election meddling and curbing the influence of dangerous non-state actors on the internet. It is thus not surprising that states like Russian, the United States of America, Saudi Arabia, Israel, Iran and China were not among the signatories of this treaty. On the other hand, all EU member states were among the signatories in this show of solidarity against odds. Next to the EU members, another 23 states and a wide array of international companies (e.g. Siemens, Airbus, Nokia and Microsoft) as well as multiple tech-related institutions worldwide were members of this pact.

Much changed in the past one hundred years. Instead of a fractured and warring Europe, we are experiencing an era of peace, cooperation and prosperity. The fact that instead of attacking each other’s fronts we are now standing united on new frontiers, shows the true progress we have made in the last century.

By Stefan Schwarz

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Für den Frieden — auch im Netz

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Das Bild von Merkel und Macron, die sie sich am 100. Jahrestag des Waffenstillstands des ersten Weltkriegs umarmten, hat weltweit in den Medien Wellen geschlagen. Solche Momente regen immer zum Nachdenken an. Noch vor hundert Jahren waren Franzosen und Deutsche „Erbfeinde“, die historisch dafür bestimmt waren, unversöhnlich und ständig das gegenseitige Blut auf dem Europäischen Kontinent zu vergießen. Dieses Schicksal fand einen brutalen Zenit in der Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts, dem ersten Weltkrieg, in dem sich das Tötungspotenzial der Konfliktparteien durch die Verwendung von modernen Kriegsmitteln wie chemischen Waffen, Maschinengewehren und dauerhaftem Artilleriebeschuss massiv erhöhte.

Denkmal des Wagens von Compiègne, dem Ort der Unterzeichnung der Kapitulation Deutschlands im Ersten Weltkrieg in der Nähe von Verdun. Zu sehen sind Schienen und ein Betonschrein, der die Stelle markiert, an dem der Wagon stand. (CC-BY-SA MagentaGreen via Wikimedia)

Denkmal des Wagens von Compiègne, dem Ort der Unterzeichnung der Kapitulation Deutschlands im Ersten Weltkrieg in der Nähe von Verdun (CC-BY-SA MagentaGreen via Wikimedia)

Trotz der langen Phase des Friedens in Europa hat sich wenig daran geändert, dass unentwegt neue Methoden und Mittel der Kriegsführung entwickelt werden. Doch was viele bei den Diskussionen über neue Kampfjetdesigns oder Waffenhandel vergessen, ist dass jeder von uns die wahrscheinliche gefährlichste Waffe täglich in der Hand hält. Das Internet verbindet uns nicht nur über soziale Netzwerke sondern bietet auch in vielen entwickelten Ländern die grundlegendste Infrastruktur. Von Kommunikationsmöglichkeiten über medizinische Versorgung bis hin zu Stromkraftwerken spielt das Internet eine immer größere Rolle. Ein Angriff auf diese Infrastruktur kann massive Folgen haben und wird laut Experten die Zukunft der Kriegsführung definieren.

Aus diesem Grund fand im Anschluss zur Gedenkveranstaltung zum 100. Jahrestages des Waffenstillstands des ersten Weltkriegs die Digital Week in Paris statt. Die Veranstaltung bietet eine Plattform zum Austausch zwischen internationalen Tech-Giganten und Regierungen und kulminierte in der von Emmanuel Macron angeführten Initiative des “Paris Call for Trust and Security in Cyberspace”. Die Deklaration richtet sich gegen Cyberkriminalität und Bedrohungen im virtuellen Raum. Regierungen und Unternehmen bekennen sich unter anderem dazu die Funktionalität des Internets zu wahren und zu verbessern. Schutz von geistigem Eigentum und Maßnahmen gegen Wahleinmischung, sowie die Eindämmung offensiver Aktionen nicht-staatlicher Akteure adressiert einige der wichtigsten Probleme in den heutigen internationalen Beziehungen. Es ist daher kaum verwunderlich, dass Staaten wie die USA, Russland, China, Iran, Israel und Saudi Arabien nicht zu den Unterstützern der Deklaration zählen. Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union hingegen traten an diesem historischen Datum als geeinter Block auf und unterzeichneten ausnahmslos die Deklaration. Daneben unterzeichneten weitere 23 Staaten, eine Reihe von internationalen Unternehmen (darunter Microsoft, Nokia, Airbus und Siemens) sowie diverse technologierelevante Institutionen das Abkommen.

In einhundert Jahren hat sich viel verändert. Statt eines verfeindeten, zersplitterten und zerstörten Europas, genießen wir eine lange Periode des Friedens, des Zusammenhalts und des Wohlstands. Dass wir heute die virtuellen Grenzen gemeinsam beschreiten und sie nicht gegenseitig bedrohen, zeugt von den immensen Fortschritten, die wir seither gemacht haben.

Von Stefan Schwarz

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  • Denkmal des Wagens von Compiègne, dem Ort der Unterzeichnung der Kapitulation Deutschlands im Ersten Weltkrieg in der Nähe von Verdun (CC-BY-SA MagentaGreen via Wikimedia)